21 GRAMM


Regie: Alejandro Gonzales Inárritu
Darsteller: Sean Penn, Benicio del Torro, Naomi Watts, Charlotte Gainsburg

125 Minuten | ab 12
2500. Woche
Diesmal sind es drei Fäden, die sich miteinander kreuzen und deren Zusammentreffen eine Welle von Gewalt und Gefühlen auslösen, die von den einzelnen Figuren kaum noch zu bändigen sind. Wie schon beim Titel baut Inárritu den Film als Rätsel auf. Der Zuschauer muss sich auf seine Gefühle und seine Intuition verlassen.

21 Gramm, das ist das Gewicht, das der Mensch beim Ausatmen und im Augenblick des Todes verliert. Wie diese geringe Menge, im Film einmal die Seele genannt, pendelt die gesamte Geschichte zwischen Leben und Tod. Zunächst bombardiert Inárritu uns mit kurzen Einblicken in das Gefühlsleben von Paul, Jack und Christina. Noch werden keine Zusammenhänge verraten, doch immer deutlicher zeigt sich die Szenerie einer Katastrophe...

Bis zu diesem Moment war Paul ein schwer herzkranker Mathematikprofessor, der einen Streit mit seiner Frau ausficht, die unbedingt noch eine Samenspende von ihm möchte. Ein Herzoperation ermöglicht ihm die Flucht aus dieser Beziehung. Als ehemals alkoholabhängiger Sträfling sucht Jack in der Religion neuen Halt. Doch tragen seine Bemühungen nur wenig Früchte. Christina hingegen hat die wilden Drogenzeiten gegen ein gesichertes Leben an der Seite eines Architekten und ihrer zwei Kinder getauscht. Was folgt, ist Stoff für gleich mehrere Melodramen.

Sean Penn brilliert nach seiner Glanzleistung in „Mystic River“ erneut in der Rolle des tragischen Rächers. Dem intellektuellen Zauderer steht anfangs, ganz körperlich und voller emphatischer Hingabe, Benicio del Torro gegenüber. Eine wütende und hassende Frau in Reinform verkörpert Naomi Watts. Wohl die beste und kraftvollste Leistung ihre Karriere. Und Inárritu zeigt deutlich, dass sein Debüt keine Eintagsfliege war.


ab 01.01.1970


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