Der Hauptmann


Regie: Robert Schwentke
Darsteller: Max Hubacher, Frederick Lau, Alexander Fehling, Milan Peschel, Waldemar Kobus, Samuel Finzi, Wolfram Koch, Bernd Hölscher

119 Minuten | Deutschland, Frankreich, Polen 2017 | ab 16
10. Woche
Ein junger Gefreiter der Wehrmacht legt in der Endphase des Zweiten Weltkriegs eine Offiziersuniform an und zieht als marodierender „Henker von Emsland“ umher. Herausragender Antikriegsfilm nach der wahren Geschichte des Willi Herold von Erfolgsregisseur Robert Schwentke!

 

April 1945: Der Zweite Weltkrieg liegt in den letzten Zügen und etliche versprengte Wehrmachtssoldaten marschieren durch das zerfallende Dritte Reich. Nur knapp entkommt der 19-jährige Gefreite Willi Herold (Max Hubacher) einigen ranghöheren Offizieren, die ihn durchs Unterholz treiben – als Grund für die Hetzjagd bleibt lediglich zu vermuten, dass der junge Soldat desertieren wollte. Allein streift Herold durch das kalte Emsland, bis er in einem abgestellten Auto eine Hauptmannsuniform findet. Kaum hat er die Uniform übergezogen, trifft er auf den ebenfalls von seiner Einheit getrennten Gefreiten Freytag (Milan Peschel), der Herold sogleich für einen Hauptmann hält und seine Befehle entgegennimmt. Zunächst in Angst, enttarnt zu werden, steigert sich Herold rasch in die Rolle des skrupellosen Hauptmanns hinein – und verfällt dem Rausch der Macht. Schon bald schart er ein Dutzend Kameraden um sich, gründet die „Kampftruppe Herold“ und statuiert, angeblich direkt vom Führer beauftragt, ein Exempel in einem Gefangenenlager…

Mit DER HAUPTMANN kehrt Regisseur und Drehbuchautor Robert Schwentke (FLIGHTPLAN, R.E.D.) nach rund 15 Jahren und zahlreichen Erfolgen aus Hollywood nach Deutschland zurück – und blickt tief in menschliche Abgründe. Auf sehr eindringliche Weise zeigt die auf wahren Ereignissen beruhende Geschichte des 1946 hingerichteten Kriegsverbrechers Willi Herold, wie etablierte Befehlsketten und tödliche Machtmechanismen selbst im Chaos der letzten Kriegstage funktionieren. In Schwarzweiß inszeniert der Film seine historische Realität für das Publikum und erinnert zugleich mit satirisch-gegenwärtigen Spitzen daran, dass die gezeigten Auswüchse des Nationalsozialismus keinesfalls nur Schnee von gestern sind – ein herausfordernder und provokanter Antikriegsfilm, der sich mit einer grandiosen Besetzung als widerspenstiger Geschichtsfilm und biestiger Gegenwartskommentar präsentiert!

 

„Beklemmendes Lehrstück über Befehl und Gehorsam in der Nazizeit!“ CINEMA



ab 15.03.2018


 Seite drucken