Zwei Herren im Anzug


Regie: Josef Bierbichler
Darsteller: Josef Bierbichler, Martina Gedeck, Simon Donatz, Irm Hermann, Sarah Camp

138 Minuten | Deutschland 2017 | ab 12
6. Woche
Nach dem Leichenschmaus sitzen Witwer Pankraz und Sohn am Wirtshaustisch und reden über die Vergangenheit. Ungebetene Stichwortgeber ihrer Erinnerungen: zwei unbekannte Herren im Anzug… Familienepos zwischen deutscher Geschichte und bayrischer Heimat nach den Motiven von Josef Bierbichlers Erfolgsroman „Mittelreich“ – unter der Regie des Autors und Schauspielers selbst!

 

Es ist das Jahr 1984 am Ende des Sommers. Im ausgedienten Tanzsaal eines ehemals traditionsreichen Gasthauses am See haben der Wirt und Bauer Pankraz (Josef Bierbichler) und sein 35-jähriger Sohn Semi (Simon Donatz) gerade die letzten Gäste verabschiedet, die zum Leichenschmaus zu Ehren der verstorbenen Ehefrau und Mutter Theres erschienen waren. Nun sitzen Vater und Sohn in erzwungener Gemeinschaft beisammen und unterhalten sich über die Vergangenheit: Erster und Zweiter Weltkrieg, alliierte Besatzung, der erste Traktor, Kalter Krieg, Wirtschaftswunder, Flüchtlinge, Studentenunruhen, die Familie. Zwei unbekannte, vornehm gekleidete Herren begleiten das Vater-Sohn-Gespann vom späten Nachmittag bis in die Nacht als eindringliche Stichwortgeber ihres familiären Erinnerns über einen Zeitraum von 70 Jahren und drei Generationen…

Bei der Erzählung seiner autobiografisch inspirierten Familien-Saga schöpft Schauspiel-Urgestein Josef Bierbichler vergnüglich aus einem Füllhorn surrealer Visionen, Verfremdungen und allerlei Provokationen. Da wird die gute alte Blasmusik durch die subkulturellen Töne der „Kofelschroa“-Jungs frisch aufgemischt und beim bäuerlichen Faschingsball in der Nachkriegszeit sorgt eine lüsterne Lady mit Hitlermaske für Aufregung, derweil der Hausherr mit Wagner-Arien und Hölderlin-Zitaten am stürmischen Seeufer sein Lebensleid klagt. Fehlt nur noch, dass der Sohn sich die Kleider vom Leib reißt, um sich mit ödipaler Absicht ins Bett der sterbenden Mutter zu legen. Unter eigener Regie hat der leinwandpräsente Bierbichler sichtlich Spaß, mit laut polternder Schale und tief verletztem Kern dem Affen gehörig Zucker geben. Mit bayerischer Wucht und zugleich poetisch erzählt Bierbichler deutsche Geschichte von 1914 bis 1984 und ein großes Stück Heimat und setzt in seinem Film dabei vor allem auf eines: ein starkes Schauspiel-Ensemble, das neben ihm selbst mit Martina Gedeck, seinem Sohn Simon Donatz, der Fassbinder-Muse Irm Hermann und Sarah Camp aus dem Vollen schöpft!



Friedrichsbau Freiburg
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