How to Make a Killing
Regie: Franck Dubosc | Darsteller: Franck Dubosc, Laure Calamy, Benoît Poelvoorde | Frankreich 2024 | Schwarze Komödie | Originalsprache: Französisch
Im französischen Jura gibt es keine Bären – bis auf jenen, der eines Nachts den armen Michel in ein fatales Ausweichmanöver treibt. Gemeinsam mit seiner krimiverrückten Frau versucht er, die tödlichen Spuren des Unfalls zu beseitigen. Dabei stoßen die beiden auf eine Pistole und eine Tasche voller Geld – und geraten in ein kriminelles Chaos… Komisch, blutig, (un-) moralisch: Der französische Filmstar Franck Dubosc serviert ein herrlich schräges, weihnachtlich funkelndes Sittengemälde, witzig und überraschend menschlich.
Als Michel (Franck Dubosc) auf einer verschneiten Straße einem Bären ausweichen muss, sterben zwei Unbeteiligte – die allerdings zwei Millionen im Kofferraum zurückgelassen haben. Zusammen mit seiner Frau Cathy (Laure Calamy), die genug Krimis gelesen hat, überlegt Michel, was man für das viele Geld kaufen kann und wie man die Leichen am besten verschwinden lässt. Sie gehen dabei ähnlich dilettantisch vor, wie die Dorfpolizei in diesem Fall ermitteln wird… Was als unglücklicher Unfall beginnt, entwickelt sich zu einer moralischen Farce, in der sich Gangster, Polizei und sogar ein Pastor um Geld, Gerechtigkeit und Gewissen streiten. Die Schlinge um das Ehepaar wird immer enger, indes Regisseur und Protagonist Dubosc mit liebevoller Ironie durch ein zunehmend schräges Szenario führt. Dabei gelingt ihm Erstaunliches: Seine Figuren schlagen immer wieder unerwartete Haken, bewegen sich zwischen Tragik und Absurdität und erreichen ungeahnte emotionale Tiefen. Mit feinem Gespür für Timing und Situationskomik gelingt Dubosc eine warmherzige Krimikomödie, die durchaus an die Coen-Brüder (FARGO) erinnert, und dennoch unverkennbar französisch bleibt. Statt kalter Zynik herrscht hier ein menschlicher, manchmal melancholischer Humor, es tummeln sich herrlich kauzige Charaktere mit pointierten Dialogen in winterlicher Atmosphäre. Eine charmant-bissige Mischung aus tiefschwarzer Komödie, Thriller und Moralstück – ein Film, bei dem einem das Lachen gern auch mal im Halse stecken bleibt, während der Jura im Schnee funkelt und unbeeindruckt aller Seltsamheiten verträumten Weihnachtszauber versprüht.
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