Willkommen um zu bleiben
Regie: Tallulah Hazekamp Schwab | Darsteller: Crispin Glover, Fionnula Flanagan, Sunnyi Mellesa | Niederlande, Belgien 2025 | Mystery | Originalsprache: Englisch
Ein surrealer Albtraum in stilvoller Hülle: Mr. K will das Hotel eigentlich nur für eine Nacht besuchen – doch am nächsten Morgen findet er den Ausgang nicht. Sein Koffer verschwindet, sein Anzug gleich mit, und bald arbeitet er in der Hotelküche, als wäre das ganz normal… Ein kafkaeskes, visuell überwältigendes Kino-Enigma, in dem die Grenzen zwischen Traum, Alptraum und Gesellschaftssatire verschwimmen.
Ein Magier (Crispin Glover) auf der Durchreise sucht eine Bleibe für die Nacht – doch was als einfache Rast beginnt, wird zur surrealen Odyssee ohne Ende. Die mürrische Rezeptionistin ist noch harmlos gegen den alten Mann, den der Magier in seinem Zimmer unter seinem Bett entdeckt. Oder gegen die Putzkraft, die seinem Kleiderschrank entsteigt. Ehe er sich versieht, marschiert eine Blaskapelle aus den Wänden, und das Hotel entpuppt sich als ein Labyrinth aus endlosen Korridoren, verwinkelten Treppen und absurden Regeln… Die norwegische Regisseurin Tallulah Hazekamp Schwab liefert ein visuell eindrucksvolles Kammerspiel ab, das irgendwo zwischen Kafka, Lynch und einem barock verzierten Alptraum angesiedelt ist. Im Zentrum steht Mr. K (großartig verkörpert von Crispin Glover), ein zurückhaltender Magier, der in einem alten Hotel nur übernachten will – und am nächsten Morgen den Ausgang nicht mehr findet. Stattdessen verliert er nach und nach seinen Besitz, seine Rolle und schließlich fast seinen Willen zur Flucht. Das Hotel, bevölkert von skurrilen Gestalten, entwickelt sich zu einer hermetisch abgeschlossenen Welt mit eigenen Regeln. Die Frage, warum niemand das Gebäude verlässt oder auch nur danach fragt, schleicht sich wie eine unterschwellige Drohung in den Film ein. Schwab erzählt keine geradlinige Geschichte, sondern lädt zur Deutung ein. Wer sich auf diese kunstvoll verschlüsselte Welt einlässt, wird mit atmosphärischer Dichte, liebevollem Design und irritierender Tiefe belohnt.
» Der Film wirkt, als hätte Samuel Beckett einen Roman von Franz Kafka in ein Drehbuch verwandelt: Intellektuell interessant, aber sperrig! « CINEMA
