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BAD TALES (FAVOLACCE) - ES WAR EINMAL EIN TRAUM

Vorstellungen im italienischen Original mit Untertiteln


Regie: Damiano & Fabio D‘Innocenzo
Darsteller: Elio Germano, Barbara Chichiarelli, Lino Musella, Gabriel Montesi

98 Minuten | Italien/Schweiz 2020 | ab 16
3. Woche
Die Zwillingsbrüder Fabio und Damiano D'Innocenzo entzaubern in einem pechschwarzen Drama die Idylle des bürgerlichen Vorstadtlebens. Sie erzählen von ganz normalen Familien, die in einem Vorort von Rom leben und die Tristesse des Alltags zu überstehen versuchen... BAD TALES (FAVOLACCE) sprüht vor visuellem Scharfsinn und behandelt hochaktuelle Themen – provozierende Sozialsatire mit bitterbösem Humor!

 

Es war einmal... in einem kleinen Vorort am Rande Roms. Aus der Ferne betrachtet wohnen hier normale Familien und führen ein ruhiges Leben – doch der Schein trügt. Die fahle Sommerhitze liegt wie eine Glocke über der Siedlung, es herrscht ein rätselhaftes Klima der Beklommenheit und Entfremdung. Das Schweigen überdeckt die mühsam gebändigte Aggression der Väter und die Passivität der Mütter. Die verständnislosen Erwachsenen verfolgen hartnäckig ihre Illusion eines bürgerlichen Lebens und scheinbar spielen die Kinder den ihnen zugedachten Part. Doch hinter der Fassade verfolgen die ihre eigenen, dunklen Pläne... Mit tiefschwarzem Humor und makabrem Witz dekonstruieren Damiano und Fabio D'Innocenzo die heile Welt einer vermeintlichen italienischen Vorstadtidylle. Mit ihrem zweiten Spielfilm gewannen die Zwillinge auf der Berlinale 2020 den Drehbuchpreis. Das ausgezeichnete Skript lebt von seiner fragmentarischen Erzählweise, formal ein Episodenstück, dessen Figuren und Ereignisse zusammenhängen. Eindringlich wird die quälende Hitze des Sommers erlebbar: Gleißendes Sonnenlicht, grelle Farben und Nahaufnahmen der Gesichter, auf denen sich der Schweiß bildet. Überhaupt nehmen die D'Innocenzos ihre Figuren genau in den Blick: Die Detail- und Nahaufnahmen der porträtierten, meist frustrierten Menschen zeigen wenig Appetitliches, aber die Realität. Faltige Gesichter, gelbe Zähne, ungepflegte Intimzonen – die visuelle Sprache und der harmonische Bildaufbau sind zwei der großen Stärken des Films. Die Erwachsenen lügen, lästern und tun alles dafür, den Schein vor den Nachbarn, auf die sie insgeheim neidisch sind, zu wahren. Und die Kinder? Frühreife junge Menschen mit wenig Feingefühl und fragwürdigen Werten – bewusst überspitzt die Satire und setzt zu allerlei scharfen Hieben an. Dabei könnten einige inhaltliche Aspekte aktueller nicht sein, spiegeln Sorgen und Nöte von vielen im Jahr 2021 – von der Furcht, dass die heile Welt zusammenbricht bis zur Angst vor dem unerbittlichen sozialen Abstieg. Ein emotional wuchtiger, herausragend gespielter, mitreißender Film.



Friedrichsbau Freiburg
HeuteMoDiMiDoFrSaSo
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