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DAS SCHWARZE QUADRAT


Regie: Peter Meister
Darsteller: Sandra Hüller, Bernhard Schütz, Jacob Matschentz

104 Minuten | Deutschland 2020 | ab 12
2. Woche
Mit seinem „Schwarzen Quadrat" begründete Kasimir Malewitsch 1915 den Suprematismus – die erste Kunstform mit dem Anspruch der gegenstandsbefreiten Gefühlserregung. Eben dieses stellt Peter Meister ins Zentrum seines irrwitzig-bunten Spielfilmdebüts, das laut Regisseur vor allem „einfach extrem unterhaltsam ist". Auch hier lässt sich vielleicht an Malewitsch anknüpfen: Meister setzt auf nackte Emotion und ungefilterten Spaß – ein satirisches Traumschiff mit famoser Besatzung, das genüsslich durch die Wogen der Absurditäten des Kunstbetriebs schippert.

Die Kunsträuber Vincent (Bernhard Schütz) und Nils (Jacob Matschenz) sind kurz vor dem Ziel: In ihrer Kreuzfahrt-Kabine liegt das 60-Millionen-Dollar-Gemälde „Das schwarze Quadrat", das sie an Bord ihrem Auftraggeber übergeben sollen. Sie haben vorher nur noch einen kleinen unvorhergesehenen Termin auf der Showbühne des Schiffs. Während sie sich durch ihr Programm als Elvis- und David-BowieImitatoren quälen, nutzen Unbekannte die Gelegenheit und stehlen das Kunstwerk. Vincent, der verhinderte Maler, fertigt mit etwas eigenwilligen Methoden eine exakte Kopie des Malewitsch an – und als auch die abhandenkommt, gleich eine zweite. Doch die Schlinge um das Gauner-Duo zieht sich DAS SCHWARZE QUADRAT > ab 25. November zu: Nils wird enttarnt, und Vincent merkt vor lauter Verliebtheit nicht, dass seine Bekanntschaft von der Bordbar, die ungemein kunstsinnige Martha (Sandra Hüller), in Wahrheit auch nur eines will... „Ist das Kunst oder ist das weg?" lautet hier die Filmplakatfrage. Allein die versteckte Anspielung darauf, dass so manche Kunst auch nicht ohne weiteres als solche wahrzunehmen ist, kündigt eine vielversprechende Satire über die Absurditäten des Kunstbetriebs an. Dabei lässt sich DAS SCHWARZE QUADRAT durchaus mit einer schrägen Themenfolge des „Traumschiffs" vergleichen: Ein Kreuzfahrtschiff als Mikrokosmos, in dem unterschiedliche Charaktere aus unterschiedlichen Gründen auf relativ beengtem Raum ein paar Tage gemeinsam verbringen, angesichts des monotonen Wellengangs zunehmend nach Abwechslung und Spannung lechzen – während sich einige Passagiere zugleich inmitten eines unentrinnbaren Kriminalstücks befinden. Meisters starke Crew hat sich den Kern der exzentrischen Gangsterkomödie einverleibt und schießt köstliche Pointen. Und die großartige Sandra Hüller verleiht dem Geschehen der heiteren Kunst- und Hochseeklamotte immer wieder eine erstaunliche Autorität. Ein Gute-LauneUhrwerk!



Friedrichsbau Freiburg
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