GOLIATH 96


Regie: Marcus Richardt
Darsteller: Katja Riemann, Jasmin Tabatabai, Nils Rovira-Munoz

90 Minuten | Deutschland 2018 | ab 12
2. Woche
Der alleinerziehenden Kristin ist der Draht zu ihrem einzigen Sohn David abhandengekommen. Als sie ihren Job verliert, bemerkt sie, dass David in einem Internet-Chat aktiv ist – und meldet sich selbst dort an... Klug erzähltes Mutter-Sohn-Drama.

 

Seit über zwei Jahren hat Kristin Dibelius (Katja Riemann) nicht mehr mit ihrem Sohn David (Nils Rovira-Munroz) gesprochen. David verbarrikadiert sich in seinem Zimmer und lehnt jeden Kontakt ab. Die Routine ihres gespenstischen Nebeneinanders wird erschüttert, als Kristin ihre Stelle in der Bank aufgeben muss. Entschlossen, die unerträgliche Situation zu beenden, macht sich die alleinerziehende Mutter daran, die Motive für Davids ablehnendes Verhalten zu ergründen. Zufällig erfährt sie, dass er in einem Internetforum für Drachenbau aktiv ist. Inkognito nimmt sie Kontakt zu ihm auf. Nach einigem Zögern fasst David Vertrauen zu ihr. Euphorisch vor Glück übersieht Kristin, die mittlerweile fast alle sozialen Kontakte gekappt hat, um mit David zu chatten, dass ihr Sohn beginnt, sich in sie zu verlieben... Marcus Richardts Regiedebüt erzählt von Menschen, die verlernt haben, miteinander zu reden: Der Widerspruch zwischen ständiger Verfügbarkeit durch moderne Kommunikationstechnologien und gleichzeitiger Vereinsamung ist für den Filmemacher ebenso spannend wie erschreckend. Mit GOLIATH96 ist eine fesselnde, a-chronologische Montage von Gegenwart und Vergangenheit um eine verstrickte Mutter-Sohn-Beziehung entstanden, in der zwei Menschen versuchen, ihrer lähmenden Einsamkeit zu entkommen. Die Enge der (Nicht-) Beziehung zwischen Mutter und Sohn fängt die Kamera mit Gespür für klaustrophobische Räume und gedeckte Farben ein und fasst die Atmosphäre des Films in stimmige Bilder. Katja Riemann (DIE ABHANDENE WELT) glänzt in der Rolle der verzweifelten Mutter, die sich von der Welt abschottet und alles daran setzt, um ihren Sohn, gespielt von Nils Rovira-Munoz, wieder in ihr Leben zurückzuholen. Ein berührendes und gut besetztes Familiendrama um das gegenwärtig viel diskutierte Hikikomori-Syndrom.



Friedrichsbau Freiburg
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