GUNDERMANN


Regie: Andreas Dresen
Darsteller: Alexander Scheer, Anna Unterberger, Axel Prahl, Milan Peschel, Bjarne Mädel, Alexander Schubert

127 Minuten | Deutschland 2018 | ab 0
5. Woche
Ein Baggerfahrer, der Lieder schreibt. Ein Spitzel, der bespitzelt wird. Ein Weltverbesserer. Ein Zerrissener… Feinfühliges biografisches Drama und großartiger Musikfilm über Liedermacher Gerhard Gundermann vor dem Hintergrund einer belastenden DDR-Vergangenheit und der persönlichen Frage nach Schuld, Verdrängung und Sich-Stellen.

 

Als er in den Achtzigerjahren durch die Clubs tourt, ahnt Gerhard „Gundi“ Gundermann (Alexander Scheer) nicht, dass er einmal ein bedeutender Künstler der Nachwendezeit sein wird. Noch nicht einmal das Geldverdienen mit seiner Musik ist sein Hauptanliegen. Er möchte seine Texte mit der Welt teilen. Seine Brötchen verdient er sich derweil als Baggerfahrer. Als er eines Tages gezwungen ist, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen, wird er unsanft an seine Zeit als Stasi-Spitzel erinnert. Das erschüttert nicht nur Gundis Vertrauen in sich selbst. Es stellt ihn vor allem vor die Frage nach dem „Warum?“ – von der er hofft, dass ihm die seine Freundin Conni (Anna Unterberger) und seine Band niemals stellen werden…

In GUNDERMANN zeigt Regisseur Andreas Dresen (HALT AUF FREIER STRECKE, WOLKE NEUN) ungekünstelt und hautnah, was es bedeutet, seine Vergangenheit zu verdrängen – und was passiert, wenn sie uns doch heimsucht. Im Mittelpunkt: Liedermacher und Ex-Stasi-Spitzel Gerhard Gundermann. Seine Gesangseinlagen entfalten den Leitfaden der Erzählung – mal lässt sich der Bezug zwischen Text und Ereignis direkt herstellen, mal dauert es etwas, bis man erkennt, woher der Sänger die Fantasie dafür nahm. Die Musikstücke sind das berührende Herzstück des Films,  um sie herum wird behutsam die tragische Geschichte des Interpreten kreiert. Kurze Rückblenden in Gundis Stasi-Zeit geben ein Gefühl dafür, in welcher Verfassung sich der Künstler damals befand. Intensiver aber ist die Aufarbeitung. Auf die Selbsterkenntnis folgt die Frage, wie man sein Umfeld über seine Vergangenheit informiert – und ob es das überhaupt braucht. Alexander Scheer (GLADBECK), der alle Lieder im Film selbst eingesungen hat, ist als Gundermann kaum wiederzuerkennen und agiert überragend! Für diverse Nebenrollen verpflichtete Dresen weitere bekannte Gesichter, darunter Bjarne Mädel (1000 ARTEN REGEN ZU BESCHREIBEN), Milan Peschel (DER HAUPTMANN) und Tatort-Kommissar Axel Prahl, die sich im authentischen Achtzigerjahre-Setting zwischen Kohlebergwerk, sterilen Büroräumen und detailgetreu eingerichteten Wohnungen wie selbstverständlich bewegen.

 

„Der Bob Dylan der DDR – ein toller Film über eine ambivalente Figur!“ ASPEKTE



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