MACKIE MESSER - BRECHTS DREIGROSCHENFILM


Regie: Joachim Lang
Darsteller: Lars Eidinger, Tobias Moretti, Hannah Herzsprung, Joachim Król, Claudia Michelsen, Christian Redl

130 Minuten | Deutschland 2018 | ab 6
10. Woche
Brechts „Dreigroschenoper“ wird zum durchschlagenden Welterfolg. Die Filmindustrie will den Autor und sein Stück für sich gewinnen. Doch der kantige Künstler hat seine eigene Vision von der Verfilmung seines Stoffes, die er im Geiste entwirft – und legt sich mit der Produktionsfirma an, die seine Rechte als Autor beschneidet…

 

Nach dem überragenden Welterfolg von „Die Dreigroschenoper“ will das Kino den gefeierten Autor des Stücks für sich gewinnen. Doch Bertolt Brecht (Lars Eidinger) ist nicht bereit, nach den Regeln der Filmindustrie zu spielen. Seine Vorstellung vom „Dreigroschenfilm“ ist radikal, kompromisslos, politisch, pointiert. Er will eine völlig neue Art von Film machen und weiß, dass die Produktionsfirma sich niemals darauf einlassen wird – ihr geht es nur um den Erfolg an der Kasse. Während vor den Augen des Autors in seiner Filmversion der Dreigroschenoper der Kampf des Londoner Gangsters Macheath (Tobias Moretti) mit dem Kopf der Bettelmafia Peachum (Joachim Król) Form anzunehmen beginnt, sucht Brecht die öffentliche Auseinandersetzung. Er bringt die Produktionsfirma vor Gericht, um zu beweisen, dass die Geldinteressen sich gegen sein Recht als Autor durchsetzen…

Die „Augsburger Puppenkiste“ hat es schon getan, Campino von den Toten Hosen ebenso wie Kult-Schlagerist Dieter Thomas Kuhn – sie alle haben bereits die „Dreigroschenoper“ aufgeführt. Den Weg auf die Leinwand hat das schon seinerzeit überaus populäre Stück von Bertolt Brecht und Kurt Weill seit der Premiere vor 90 Jahren dagegen nur selten gefunden. Weshalb das so ist, erklärt nun dieses Opus von Joachim Lang, das Realität und Fiktion virtuos ineinander verschmelzen lässt. Dabei weiß der Regisseur sehr genau, wovon er erzählt, immerhin schrieb er seine Doktorarbeit über die „Dreigroschenoper“ und war acht Jahre lang künstlerischer Leiter des Brecht-Festivals. Der Sound des 80 Musiker starken SWR Symphonieorchesters verleiht den bekannten Liedern von der „Seeräuber Jenny“ bis zum „Kanonensong“ einen wuchtigen Klang und mit Eric Gauthier, dem Publikumsliebling des Stuttgarter Balletts, sorgt ein Tanz-Könner für die grandiose Choreografie. Für die Besetzung des Kunst-Revoluzzers Brecht kann es natürlich nur einen geben: Jener laut Selbstauskunft „beste Schauspieler der Welt“, Lars Eidinger. An dieser Verfremdungs-Wundertüte hätte Brecht wohl sein Vergnügen gehabt – ein mutiger großer Wurf, der dem deutschen Kino guttut!

 

„Als Denkstück, Zeitbild und Musical gleichermaßen famos – ein sensationeller Film!“ WELT



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