Vorpremiere

NOME DI DONNA

Vorstellung im italienischen Original mit Untertiteln


Regie: Marco Tullio Giordana
Darsteller: Cristiana Capotondi, Anita Kravos, Michela Cescon

98 Minuten | Italien 2018 | ab 6
NEUSTART
Für eine Arbeitsstelle in einer Privatklinik zieht Nina mit ihrer Tochter in ein kleines Dorf in der Lombardei. In der Gemeinschaft ihrer Kolleginnen fühlt sie sich sofort angenommen. Doch die Frauen verbindet ein dunkles Geheimnis... Italienisches Drama über sexuelle Gewalt und strukturellen Machtmissbrauch – hervorragend gespielt!

 

Nina (Cristiana Capotondi) lebt mit ihrer Tochter in Mailand am Existenzminimum. Sie ist glücklich, als sie einen neuen Job als Altenpflegerin in einer edlen Seniorenresidenz auf dem Land erhält. Der Neustart gelingt, zumal sich Nina zunächst gut mit ihren Kolleginnen versteht. Doch nach einiger Zeit bemerkt sie, dass die anderen Pflegerinnen eine Last mit sich herumtragen, die unmittelbar mit dem Chef der Einrichtung, Marco Maria Torri (Valerio Binasco), zusammenzuhängen scheint. Als dieser Nina eines Abends zu sich ins Büro bestellt, kommt Torri ihr unangemessen nah und belästigt sie. Ninas Verdacht wird bestätigt: Torri nutzt seit Jahren seine Stellung aus... „Eine Frau namens" – so lautet die Übersetzung des italienischen Filmtitels. Diese Frau wird von Cristiana Capotondi verkörpert, die seit den späten 90er-Jahren zu Italiens populärsten Schauspielerinnen zählt. Regie führte der Mailänder Marco Tullio Giordana. Er wurde einem internationalen Publikum im Jahr 2000 mit dem Polit-Drama „100 SCHRITTE" bekannt, für das er bei den Filmfestspielen in Venedig mit dem Preis für das beste Drehbuch prämiert wurde. NOME DI DONNA schildert das Leid einer mutigen Frau, die nicht nur sexuelle Nötigung über sich ergehen lassen muss, sondern den Kampf gegen das frauenfeindliche System auch noch weitestgehend alleine führt. „Ich habe das Recht zu arbeiten, ohne angefasst zu werden", sagt sie einmal. Dass diese Selbstverständlichkeit von Nina überhaupt so deutlich ausgesprochen werden muss, ist bereits ein Skandal. Nachdem sich die Vorwürfe gegenüber Torri herumgesprochen haben, wenden sich die Kolleginnen von Nina ab. Soziale Isolation ist die Folge, der Grund für die Abwehrhaltung offensichtlich: Es ist die Angst davor, den Job zu verlieren und sozial abzurutschen. In der zweiten Hälfte verlagert das Drama, das mit Capotondi über eine durchweg überzeugende, besonnen und unsentimental aufspielende Hauptdarstellerin verfügt, die Auseinandersetzung zwischen den Parteien ins Gericht, wo die Ereignisse der öffentlichen Hand angetragen werden. Ein wichtiger Film mit elementarer Botschaft, der anderthalb Jahre nach Beginn der #metoo-Bewegung die Debatte um Sexismus, Chauvinismus und Machtmissbrauch weiterführt.



Friedrichsbau Freiburg
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