VOM LOKFÜHRER, DER DIE LIEBE SUCHTE...


Regie: Veit Helmer
Darsteller: Predrag 'Miki' Manojlovic, Paz Vega, Maia Morgenstern

89 Minuten | Deutschland 2018 | ab 6
3. Woche
An seinem letzten Arbeitstag fliegt Lokführer Nurlan ein blauer Spitzen-BH in den Schoß – und der Pensionär macht sich auf die abenteuerliche Suche nach der Besitzerin des schönen Stücks… Eine romantische Komödie, die ohne Sprache von Leben und Liebe erzählt!

 

Ein Güterzug rollt durch die weite Steppe am Fuß der kaukasischen Berge. Am Steuer: Nurlan, der Lokführer. Tagein, tagaus lenkt er seinen Zug durch einen Vorort Bakus, in dem die Schienen so dicht an die Häuser grenzen, dass er quasi durch Vorzimmer und Gärten braust. Sobald sich der Zug nähert, bläst der kleine Waisenjunge Aziz in eine Pfeife und die Bewohnerinnen und Bewohner des Ortes bringen sich und ihre Habseligkeiten in Sicherheit – was nicht immer gelingt. Nurlan hat schon so einiges von seiner Lokomotive gepflückt: Hühnerfedern, Spielzeugbälle, Bettbezüge. An seinem letzten Arbeitstag vor der Pensionierung verheddert sich ein ganz besonderes Abschiedsgeschenk an seiner Lok: ein traumhafter, blauer Spitzen-BH. Nurlan nimmt das schöne Stück mit in sein Heimatdorf. Wem nur mag das feine Stöfflein gehören? Von Einsamkeit und Neugier getrieben, begibt sich Nurlan auf die Suche nach der Besitzerin des Büstenhalters… Veit Helmers (ABSURDISTAN, QUATSCH UND DIE NASENBÄRBANDE) neuer Film ist ungewöhnlich: Ein Märchen voller Komik und ganz ohne Dialoge, in der ein Büstenhalter als Aschenputtels Schuh fungiert und den nach Liebe Suchenden in kuriose Situationen manövriert. Anstelle von Worten bedient sich der Regisseur eines ausgefeilten Sounddesigns und setzt zudem vor allem – und zu Recht – auf die ausdrucksstarke Mimik seines Ensembles. Der aus etlichen Filmen Emir Kusturicas (ON THE MILKY ROAD) bekannte Miki Manojlovic (IRINA PALM, ON THE MILKY ROAD) ist ideal besetzt, dazu der Franzose Denis Lavant (3 TAGE IN QUIBERON) als angehender Lokführer und zahlreiche internationale Schauspielerinnen, die schönste Augen machen. Visuell besitzt VOM LOKFÜHRER, DER DIE LIEBE SUCHTE… ebenfalls bemerkenswerte Qualitäten. Satte Farben, bewusste Beleuchtungsfehler und Laufstreifen, die die Bilder wirken lassen wie altes, analoges Filmmaterial – ein Stil, der hervorragend zum erzählerischen Ansatz passt. Nicht ganz Stummfilm, doch auch kein gewöhnlicher Dialogfilm, fühlt man sich in manchen Momenten fast ein wenig an die großen Werke Jacques Tatis erinnert – allerdings weniger Satire, denn eine von zarter Melancholie geprägte Geschichte, deren Ende überrascht!



Friedrichsbau Freiburg
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