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WO IN PARIS DIE SONNE AUFGEHT


Regie: Jacques Audiard
Darsteller: Lucie Zhang, Makita Samba, Noémie Merlant

106 Minuten | Frankreich 2021 | ab 16
6. Woche
Ein moderner Liebesreigen von anarchischer Schönheit in Zeiten von Dating Apps und Sex im Internet: Der französische Starregisseur Jaques Audiard zementiert seinen Ruf als Meister des amoralischen Erzählens vom menschlichen Ringen um Liebe, Selbstbehauptung und Freiheit. Eine präzise Gesellschaftsstudie inmitten des migrantisch geprägten 13. Pariser Arrondissements. Unvergleichliche Filmkunst!

 

Paris, die ewige Stadt der Liebe. Hier leben sie dicht gedrängt, zwischen Sehnsüchten, Abenteuern, Dramen: Émilie schlägt sich nach ihrem Elite-Studium mit Gelegenheitsjobs herum, hat schnellen Sex und träumt von einer Beziehung; Camille hat beruflich noch Illusionen, dafür keine in der Liebe; Nora ist in die Stadt gekommen, um mit Anfang 30 ihr Jura-Studium wieder aufzunehmen und Louise bietet als Amber Sweet im Internet erotische Dienste an. Ihre Lebenswege kreuzen sich im 13. Arrondissement. Der attraktive Camille zieht bei Émilie ein, wird ihr Liebhaber und zieht ebenso schnell wieder aus. Liebe ist angeblich nicht sein Stil – bis er die kühle Nora trifft. Noras Hoffnungen auf einen akademischen Neuanfang haben sich unterdessen zerschlagen: Nach einer wilden Disconacht wollen Kommilitonen in ihr den Pornostar Amber Sweet wiedererkennen... Fast könnte man das 13. Arrondissement für den Hauptdarsteller in Audiards neuestem Werk halten: Keine herrschaftlichen Häuserblocks, sondern Neubauten aus den 70er Jahren, nicht Bourgeoisie, sondern die Mittelschicht, die sich die Innenstadt nicht leisten kann. Angestellte, Studierende, auch viele Migranten. Mit diesen gesellschaftlichen Sphären kennt sich der Regisseur aus, meist hat er sie jedoch dezidiert aus männlicher Sicht beschrieben. Um Comics des bekannten New Yorker Autors Adrian Tomines zu adaptieren, hat er sich nun zwei weibliche Stimmen hinzugeholt: Das Drehbuch schrieb er zusammen mit der gelobten Newcomerin Léa Mysius (AVA) und der preisgekrönten Céline Sciamma (PORTRÄT EINER JUNGEN FRAU IN FLAMMEN). In brillanten schwarz-weiß Bildern erzählt Audiard von Mobbing, Vorurteilen, sexueller Freiheit und der Schwierigkeit, sich selbst zu finden. Diversität ist hier kein Verkaufsargument, sondern die schlichte Realität der Figuren. Es geht um die Suche nach Nähe und Liebe in einer von der Oberflächlichkeit sozialer Medien geprägten Welt. Aus diesen Zutaten formt der Auteur ein mitreißendes, brillant gefilmtes Gesellschaftsporträt!

 

"Ein großartiger Film von glühender Schönheit!"  LE PARISIEN



Kandelhof Freiburg
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