Der Fremde
Regie: François Ozon | Darsteller: Benjamin Voisin, Rebecca Marder, Pierre Lottin, Denis Lavant, Swann Arlaud | Frankreich 2025 | Drama | Originalsprache: Französisch
Nachdem er seine Mutter beerdigt hat, nimmt Meursault, sein Leben wieder auf, als wäre nichts geschehen. Doch sein Nachbar Raymond stört seinen Alltag, indem er ihn in zwielichtige Geschichten verwickelt – bis es an einem glühend heißen Tag am Strand zu einem tödlichen Drama kommt… Der existentialistische Klassiker von Camus – nun ein in Venedig gefeiertes Meisterwerk in elegantem Schwarz-Weiß von Francois Ozon!
Meursault (Benjamin Voisin), ein stiller, unauffälliger Angestellter Anfang 30, nimmt ohne sichtbare Gefühlsregung an der Beerdigung seiner Mutter teil. Am nächsten Tag beginnt er eine Affäre mit seiner früheren Kollegin Marie (Rebecca Marder) und kehrt in seinen gewohnten Alltag zurück. Dieser wird jedoch bald durch seinen Nachbarn Raymond (Pierre Lottin) gestört, der Meursault in seine zwielichtigen Machenschaften hineinzieht – bis es an einem glühend heißen Tag am Strand einen Araber erschießt und ihm der Prozeß gemacht wird… Der bekanntlich äußerst produktive Filmemacher François Ozon wagt sich an ein sehr großes Stück Weltliteratur: "Der Fremde" von Albert Camus, ein Hauptwerk des Existenzialismus und eines der meistgedruckten französischen Bücher des 20. Jahrhunderts. Brillant formt er mit strengen Schwarz-Weiß-Bildern eine Welt, die ihrem Protagonisten unüberwindlich fremd bleibt und seine innere Leere erschaudernd präzise zum Vorschein bringt. Selbst in der flirrendsten algerischen Hitze, unter grellem Sonnenlicht wird die kalte Atmosphäre körperlich spürbar. Voisin spielt die Hauptrolle mit radikaler Zurücknahme und beeindruckend nüchterner Distanz. Diese Kontrolliertheit macht die Figur so faszinierend wie irritierend: Seine Meursault-Interpretation lässt Raum für Projektionen und die Frage, was Gesellschaft verlangt und was Mensch sein heißt. Eine hochkonzentrierte, in den Bann ziehende Meditation über das Fremdsein in der eigenen Existenz – ein stilles, tief eindringendes Werk, formalästhetisch exzellent inszeniert und herausragend besetzt.
» Ein Film von makelloser Präzision und beeindruckender Fotografie, hochpräzise in den Details seiner Inszenierung, völlig unabhängig von Lucchino Viscontis Erstverfilmung – meisterlich! « FRANKFURTER RUNDSCHAU
» Eines der reichhaltigsten und beglückendsten Werke von Ozon seit Jahren – eine Literaturverfilmung, der das Kunststück gelingt, einen Klassiker genau dadurch zu ehren, dass sie etwas Neues zu sagen findet! « WRAP
