Der verlorene Mann

Regie: Welf Reinhart | Darsteller: Dagmar Manzel, Harald Krassnitzer, August Zirner | Deutschland 2026

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Hanne lebt mit ihrem Mann Bernd in ruhiger Zweisamkeit, bis plötzlich ihr dementer Ex Kurt auftaucht. Der ist davon überzeugt, die gemeinsame Vergangenheit sei Gegenwart. Aus Hilfsbereitschaft entsteht ein fragiles Beziehungsdreieck, das zwischen Fürsorge, Überforderung und aufbrechenden Gefühlen oszilliert… Ein deutsches Drama über Demenz, aber ohne Kitsch – witzig, zärtlich und überraschend sinnlich.

Die Künstlerin Hanne (Dagmar Manzel) und der pensionierte Pfarrer Bernd (August Zirner) führen eine glückliche, nach Jahren etwas eingefahrene Ehe, als wie aus dem Nichts Hannes früherer Ehemann Kurt (Harald Krassnitzer) vor ihrer Tür steht. Durch seine Demenzerkrankung kann sich Kurt nicht mehr erinnern, dass er und Hanne bereits seit 20 Jahren geschieden sind. Als das Paar ihn vorübergehend bei sich aufnimmt, kehrt eine verloren geglaubte Leichtigkeit in ihre Ehe zurück. Doch je mehr Zeit vergeht, desto stärker gerät ihr gemeinsames Leben aus den Fugen… Welf Reinhart ist ein seltenes Kunststück gelungen: ein Demenzfilm, der sich konsequent vom üblichen Betroffenheitskino verabschiedet. Statt Tränen auf Knopfdruck gibt es feinen, oft trockenen Humor, viel Empathie – und ein unerwartetes Maß an Lebenslust und körperlicher Nähe. Harald Krassnitzer spielt den Kurt mit einer Mischung aus Charme, Verlorenheit und entwaffnender Direktheit, die zugleich komisch und schmerzhaft ist. Dass dabei auch Erotik und Begehren ihren Platz haben, wirkt überraschend selbstverständlich – auch im Vergessen bleibt das Leben körperlich. Und die großartige Dagmar Manzel gibt ihrer Hanne eine angenehm raue, zugleich warme Präsenz. Mühelos gelingt ihr die Balance zwischen Trotz, Zärtlichkeit und stiller Erschöpfung. Formal setzt der Film auf leise Präzision: gedeckte Farben, viel Natur, eine ruhige, beobachtende Kamera. Hier wird nicht ausgestellt, sondern verstanden. Und doch liegt über allem auch ein feiner Schatten. Die von tiefer Mitmenschlichkeit geprägte Utopie dieses Zusammenlebens ist zu schön, um von Dauer zu sein. Genau daraus bezieht DER VERLORENE MANN seine emotionale Kraft: aus den vergänglichen zärtlichen Momenten.

» Begeistert mit einer unerwarteten Ménage-à-trois mit feinem Humor und ganz viel Empathie! « FILMSTARTS.DE

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Ab 12 Jahren  |  106 Minuten
Filmplakat des Films Der verlorene Mann

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