Ein Münchner im Himmel - Der Tod ist erst der Anfang
Regie: David Dietl | Darsteller: Maximilian Brückner, Hannah Herzsprung, Momo Beier, Heiner Lauterbach | Deutschland 2026
David Dietl holt die bayerische Kultsatire vom grantelnden Aloisius, der selbst im Himmel lieber Bier als Hosianna hätte, ins Hier und Heute. In dieser glänzend besetzten Komödie stolpert der Münchner Taxler Wiggerl vom Jenseits zurück ins Leben – wo es sich fürs persönliche Paradies zu beweisen gilt… Charmant, witzig und mit einem Augenzwinkern zwischen Kult und Kitsch – a mords Hetz.
Taxifahrer und Münchner Original Wiggerl (Maximilian Brückner) landet nach einem Autounfall im Himmel – aber statt Bier und Blasmusik gibt’s hier nur Soja-Manna und Yoga zu Harfenklängen. Ein Albtraum für den aufmüpfigen bayerischen Dickkopf. Damit im Himmel wieder Ruhe und Frieden einkehrt, schickt man ihn kurzerhand mit einer Mission zurück. Wenn er es schafft, sein Karma-Konto auf Vordermann zu bringen, darf er auf der Erde bleiben. Allerdings ist Wiggerls Tochter Toni (Momo Beier) die Einzige, die ihn jetzt noch sehen und hören kann. Seine Bitte, ihm zu helfen, schmettert Toni ab – schließlich hat sich ihr Vater zu Lebzeiten kaum um sie und ihre Mutter (Hannah Herzsprung) gekümmert. Nur mit einer ordentlichen Portion Selbsterkenntnis gelingt es Wiggerl, wieder etwas Vertrauen zurückzugewinnen. Aber es ist ein Wettlauf gegen die Zeit und Wiggerl dämmert langsam, worum es hier eigentlich geht…
Nach der Vorlage des herrlich bissigen Klassikers, Ludwig Thomas satirischer Kurzgeschichte, die heute noch zu den meistzitierten Werken der bayerischen Volksliteratur gehört und die bayerische Lebensart deftig aufs Korn nimmt, serviert David Dietl (FESTE & FREUNDE) nun die Realverfilmung des unsterblichen Kultstoffs. Dabei erzählt er zugleich eine ganz eigenständige moderne Komödie. Diese Münchner Gaudi punktet mit Lokalkolorit, einigen wirklich treffsicheren, staubtrockenen Gags und einem tollen Cast. Besonders Brückner verleiht der Geschichte den richtigen Charme. Gleichzeitig richtet sich der Fokus stärker auf die Vater-Tochter-Geschichte, die Herz mit reinbringt. Freilich: Die anarchische Schärfe Thomas' wird zugunsten einer Wohlfühlkomödie etwas abgeschliffen. Unterm Strich also etwas weniger frech als das Original, aber nicht minder unterhaltsam – ein heutiger Heimatfilm mit reichlich Witz und himmlischem Setting.
