Etwas ganz Besonderes

Regie: Eva Trobisch | Darsteller: Frida Hornemann, Max Riemelt, Eva Löbau, Rahel Ohm | Deutschland 2026 | Ensemble-Drama

Eva Trobisch verbindet Coming-of-Age-Geschichte, Tragikomödie und Gesellschaftsstudie zu einem bemerkenswert authentischen Ensembledrama rund um die junge Lea, die für eine Castingshow kandidiert – und keine Idee hat, wer sie eigentlich ist oder gar, welche Homestory sich aus ihrem Leben machen ließe… Ein liebevoll-schmerzhaftes Familienporträt mit äußerst starker Besetzung!

Lea (Frida Hornemann) hat sich bei einer Castingshow beworben. Der Redakteur fragt: "Wer bist Du und was macht Dich aus?" Lea weiß es nicht und beginnt, nach einem passenden Ich zu suchen. Unterdessen wird in ihrem Heimatort das Museum kostspielig aus EU-Töpfen saniert, während zeitgleich die Pension ihrer Familie ums wirtschaftliche Überleben kämpft. Leas Familie, das sind ihre Eltern, Matze (Max Riemelt) und Rieke (Gina Henkel), frisch getrennt, da Rieke schwanger von einem neuen Mann ist, allerdings noch recht ungeübt in den neuen Familienverhältnissen. Ihre Großeltern, die ebenfalls genug Probleme haben, miteinander und mit ihrem Waldhotel, das in der abgelegenen Region mehr Geld verschlingt als es einbringt. Und ihre Tante Kati (Eva Löbau), in der Lea zwar ein Vorbild sieht, die sich als Museumsleiterin in der ostdeutschen Provinzstadt gerade aber keine Freunde macht. Selbst Leas beste Freundin ist anderweitig beschäftig, denn sie ist frisch verliebt in Leas aktivistischen Cousin. ETWAS GANZ BESONDERES ist eine Familiengeschichte. Und eine Gemengelage… In Eva Trobischs (ALLES IST GUT, IVO) drittem Spielfilm wird Greiz in Thüringen zum Mikrokosmos gesellschaftlicher und familiärer Spannungen. Dabei geht es weniger um große Wendungen als um kleine Risse im Alltag, die oft mehr über Menschen verraten als jedes Drama. Zurecht setzt die Regisseurin und Drehbuchautorin auf ein exzellentes Ensemble – allen voran Neuentdeckung Frida Hornemann als Lea, die mit einer beeindruckenden, oft aufgestaut wirkenden Zurückhaltung spielt. Mit wechselnden Perspektiven, langen Einstellungen und einer offenen Erzählweise entsteht ein vielschichtiges Familienporträt, das Generationen miteinander verknüpft. Ein berührender, kluger und ungewöhnlich ehrlicher Film, der seine Figuren nicht bewertet, sondern ihnen mit Wärme und Verständnis begegnet.

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Ab 12 Jahren  |  115 Minuten
Filmplakat des Films Etwas ganz Besonderes

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