Im Spiegel meiner Mutter
Regie: Jutta Brückner | Darsteller: Corinna Harfouch, Carla Juri, Hildegard Schmahl | Deutschland 2026 | Drama
Nach dem Tod ihrer Mutter und dem Fund einer Moorleiche wird Archäologin Ursula mit verdrängten Erinnerungen und Wunden aus ihrer Kindheit konfrontiert… Der erste Kinofilm der renommierten Autorin, Regisseurin und Produzentin Jutta Brückner nach fast 20 Jahren: Vom fast lyrischen Beginn bis zum überraschenden Ende nimmt die feministische Filmemacherin erneut eine Mutter-Tochter-Beziehung unter die Lupe. Heraus kommt die mit weiblichem Scharfblick beobachtete Bestandsaufnahme einer Entwicklung, in einer Atmosphäre aus Psychothriller und analytischem Drama – ein glänzend komponiertes und exzellent besetztes Meisterwerk.
Die erfolgreiche Archäologin und Universitätsprofessorin Ursula Scheuner (Corinna Harfouch) macht bei Ausgrabungen im Moor einen sensationellen Leichenfund, der ihr finanziell angeschlagenes Institut retten könnte. Gleichzeitig muss sie den kürzlichen Tod ihrer Mutter (Hildegard Schmahl) verarbeiten. Beim Aufräumen des Elternhauses beginnen für Ursula die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu verschwimmen. Gefangen in einem Labyrinth aus Verlust und Trauer muss Ursula schnell einen Weg hinausfinden. Doch als ihre neue Assistentin Mel (Carla Juri) andeutet, sehr viel mehr über Ursulas Lebensgeschichte zu wissen, droht ein lange verborgenes Familiengeheimnis an die Oberfläche zu gelangen… Jutta Brückner verdichtet im letzten Teil ihrer Trilogie über Mutter-Tochter-Beziehungen ihre lebenslange Auseinandersetzung mit weiblicher Biografie, Erinnerung und familiären Prägungen zu einem eindringlichen, essayistisch erzählten Vermächtnis. Zwischen archäologischer Spurensuche, mythischen Motiven und psychologischer Selbstbefragung legt der Film Schicht um Schicht verdrängter Verletzungen frei. Corinna Harfouch ist großartig besetzt. Sie schweigt, ihr Gesicht spricht. Hildegard Schmahl und Carla Juri komplettieren das faszinierende Dreieck aus Mutter, Tochter und rätselhaftem Gegenüber. Ein kluges, bildmächtiges, zutiefst persönliches Werk.
» Schafft eine Plattform für eine feministische Gesellschaftskritik der letzten hundert Jahre – inmitten des gesellschaftlichen Wandels stehen Mütter und Töchter, die sich gegenseitig prägen und erziehen und sich gleichzeitig hassen und lieben können! « FILMFEST MÜNCHEN
