In die Sonne schauen

Regie: Mascha Schilinski | Darsteller: Hanna Heckt, Lena Urzendowsky, Laeni Geiseler | Deutschland 2025 | Drama

Vier Frauen. Ein Hof. Ein Jahrhundert. Die Schicksale von Alma, Erika, Angelika und Nelly verschränken sich zu einem grandios erzählten Mehrgenerationenporträt über Frauengeschichte, familiäre Verdrängung und die unheimliche Macht der Vergangenheit. Zwischen Türspaltenblicken, Kornfeld-Szenen und makabrem Humor entfaltet sich eine Zeitreise voller Geheimnisse – sinnlich, verstörend und absolut einzigartig im deutschen Kino. Mit diesem hypnotischen Meisterwerk gewann Mascha Schilinski – als deutsche Regisseurin! – mit ihrem erst zweiten Langspielfilm den Preis der Jury in Cannes – sensationell!

Ein abgeschiedener Vierseitenhof in der Altmark. Die Wände atmen seit über einem Jahrhundert das Leben der Menschen, die hier wohnen, ihren Geschmack, ihr Sein in der Zeit. IN DIE SONNE SCHAUEN erzählt von vier Frauen aus unterschiedlichen Epochen – Alma (Hanna Heckt), 1910er Jahre, Erika (Lea Drinda), 1940er Jahre, Angelika (Lena Urzendowsky), 1980er Jahre und Nelly (Zoë Baier), 2020er Jahre – deren Leben auf unheimliche Weise miteinander verwoben sind. Jede von ihnen erlebt ihre Kindheit oder Jugend auf diesem Hof, doch während sie ihre eigene Gegenwart durchstreifen, offenbaren sich ihnen Spuren der Vergangenheit – unausgesprochene Ängste, verdrängte Traumata, verschüttete Geheimnisse. Alma entdeckt, dass sie nach ihrer verstorbenen Schwester benannt wurde und glaubt, dem gleichen Schicksal folgen zu müssen. Erika verliert sich in einer gefährlichen Faszination für ihren versehrten Onkel. Angelika balanciert zwischen Todessehnsucht und Lebensgier, gefangen in einem brüchigen Familiensystem. Nelly schließlich, die in scheinbarer Geborgenheit aufwächst, wird von intensiven Träumen und der unbewussten Last der Vergangenheit heimgesucht. Als sich ein tragisches Ereignis auf dem Hof wiederholt, geraten die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart ins Wanken… Mascha Schilinski präsentiert eine mitreißende Meditation über den – vor allem weiblichen – Schmerz, der sich im Laufe von 100 Jahren in einem Vierseitenhof in der Altmark ansammelt. Ein so herausragend wie radikal inszenierter (Geister-) Film, der gleichermaßen fasziniert und verstört, berührt und niederschmettert – und zwischendrin immer wieder mit makabrem Humor überrascht. Schon seit längerem schaffen es wenige deutsche Filme in den Cannes-Wettbewerb – dennoch, angesichts dieses Werks ist es keine Überraschung, dass sich Cannes und die Berlinale regelrecht um dessen Aufführung gerissen haben.

Großer Preis der Jury, Cannes 2025!

» Ein fantasievoller Bildersturm, ein Meilenstein – was man sieht und fühlt, ist ätherisch, elliptisch, verrätselnd und unendlich faszinierend, weil die Erzählung einer ganz eigenen komplexen Choreographie verpflichtet ist, in der sich diese verschiedenen Epochen umtanzen, necken und ineinander verkrallen, eine Geistersinfonie, die an das apokalyptisch-intuitive Kino eines Carlos Reygadas gemahnt, die intensiven Filmwelten eines Lars von Trier mit weiblicher Empathie flutet und wie in einer filmischen Séance in Kontakt tritt und den Dialog sucht mit Hanekes Cannes-Gewinner DAS WEISSE BAND! « SPOT

Mehr anzeigen
Ab 16 Jahren  |  155 Minuten
Filmplakat des Films In die Sonne schauen