Milch ins Feuer - Premiere

Regie: Justine Bauer | Darsteller: Johanna Wokalek, Karolin Nothacker, Pauline Bullinger | Deutschland 2024

Anna ist schwanger und denkt über Kastration nach. Katinka kann viel leicht keine Bäuerin werden und trägt ihren Bikini im Melkstand. Aber Omas Tomaten sind dieses Jahr besser denn je… Ländliches Idyll? Von wegen. Justine Bauer erzählt von einem Sommer in der baden württembergischen Region Hohen lohe. Ein Heimatfilm, in Dialekt gedreht, durch und durch echt und zugleich poetisch. Ein sinnliches, stilles Drama voller Fragen nach Herkunft, Verantwortung und Zukunft – mit dem Freiburger Schauspielstar Johanna Wokalek!

Die junge Katinka (Karolin Nothacker) ringt darum, den Bauernhof ihrer Familie weiterzuführen. Mit ihr treten die Frauen in den Vordergrund, die die landwirtschaftliche Realität prägen – allen voran Mutter (Johanna Wokalek) und Großmutter (Lore Bauer), die als Generationenverbund Kontinuität und gelebte Erfahrung verkörpern – sowie Katinkas Schwestern und Anna (Pauline Bullinger), mit denen sie jede freie Minute im Fluss verbringt. Katinka liebt es, Bäuerin zu sein, doch der Bruder soll den Hof weiterführen, denn so war es schon immer… Autorin und Regisseurin Justine Bauer 4 weiß, wovon sie redet. Sie wuchs auf einer Straußenfarm in Hohenlohe auf. Dabei fühlt sich ihr mehrfach ausgezeichneter Abschlussfilm, der aus eigenen Erfahrungen schöpft, an wie ein gelungener künstlerischer Versuch, Universelles im Persönlichen zu finden. Gesprochen wird fast ausschließlich Hohenlohisch, ein oberdeutscher Dialekt, etwas derbe, aber sehr prägnant, und genau passend zu jenem traditionellen Leben, das sich nur langsam ändert. Nicht zufällig kommen fast nur Frauen zu Wort, die Schwestern, die Mutter, die Oma, besetzt mit der Großmutter der Regisseurin, auch die meisten anderen Rollen werden von Laien aus der Region übernommen, die lebensechte Variationen ihrer selbst spielen. Dennoch vermeidet Bauer das, was gerne als authentisch oder semi-dokumentarisch beschrieben wird, sondern schafft eine gelungene Form, die im fast quadratischen 4:3-Format poetische, leicht überhöhte, wahrhaftige Bilder findet. Mit erfrischend weiblicher Perspektive sensibilisiert das Heimatdrama für die hiesigen bäuerlichen Nöte.

» Eine eigenwillige, erstaunlich reife filmische Handschrift! « FILM-REZENSIONEN.DE

» Mit ihrer besonderen Mischung aus dokumentarischen und fiktionalen Elementen erzählt Justine Bauer komisch und tragisch, anrührend und gewaltig vom Leben von Frauen auf dem Land! « DORIS DÖRRIE

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Ab 12 Jahren  |  79 Minuten
Filmplakat des Films Milch ins Feuer - Premiere
Premiere mit Schauspielerin Johanna Wokalek und Regisseurin Justine Bauer