Palästina 36

Regie: Annemarie Jacir | Darsteller: Hiam Abbass, Karim Daoud Anaya, Robert Aramayo, Saleh Bakri, Billy Howle | Frankreich, Katar 2025 | Historien-Epos | Originalsprachen: Arabisch, Englisch

Annemarie Jacir erzählt einen der wichtigsten Momente des Nahostkonflikts neu – aus palästinensischer Sicht, kraftvoll und emotional aufwühlend. Beeindruckend fängt sie die Dynamik des Radikalisierungsprozesses ein, der zum "Arabischen Aufstand" gegen die Briten 1936 - 1939 führte. Bei der Weltpremiere in Toronto wurde ihr herausragend besetzter Oscarbeitrag mit 20-minütigen Standing Ovations geehrt.

Palästina 1936: Immer mehr Dörfer erheben sich gegen die britische Kolonialmacht, die ihre Herrschaft mit Gewalt durchsetzt. Gleichzeitig siedeln sich europäische Juden, die vor dem Nationalsozialismus geflohen sind, in der Region an. Zwischen seinem ländlichen Heimatdorf und dem zunehmend angespannten Jerusalem pendelt der unparteiische Yusuf (Karim Daoud Anaya). Nach einem folgenschweren Ereignis schlägt sich der junge Mann auf die Seite des Widerstands. Er schließt sich Verbündeten wie dem streikenden Hafenarbeiter Khalid (Saleh Bakri) an, der angesichts der eskalierenden Situation keinen anderen Ausweg mehr sieht, als zur Waffe zu greifen. Während sich persönliche Schicksale und politische Umbrüche unaufhaltsam verweben, spitzt sich die Lage dramatisch zu… Annemarie Jacir (DAS SALZ DES MEERES, WAJIB) legt mit diesem aufwändig gedrehten Historienepos ein Werk vor, das den verkannten Wendepunkt in der Geschichte Palästinas konsequent aus palästinensischer Sicht erzählt. Das ist, keine Frage, einseitig. Und genau der Punkt. Denn wo Geschichte von Siegern geschrieben wird, bildet PALÄSTINA 36 eine Gegenerzählung. Daraus bezieht der Film seine emotionale Wucht. Inszenatorisch setzt die Regisseurin auf dichte Bilder, starke Figuren und eine spürbare Dringlichkeit. Ein engagiertes, bewegendes Kinoerlebnis, das die Vorgeschichte der als Nakba – Katastrophe ins kollektive Gedächtnis eingegangenen Flucht und Vertreibung von Hunderttausenden Palästinensern 1947 -1949 und die kolonialen Wurzeln des heutigen Palästinas nachzeichnet.

» Eine eindringliche Erinnerung an das, was an britischen Schulen nicht gelehrt wird! « GUARDIAN

» Ein Versuch, einigen verbreiteten historischen Irrtümern entgegenzuwirken! « VULTURE  » Es gelingt Jacir, beeindruckende Klarheit in eine äußerst komplexe Erzählung zu bringen! « Ben Kenigsberg, NEW YORK TIMES

Lektüre zur Vertiefung: Oren Kessler, Palestine 1936. The Great Revolt and the Roots of the Middle East Conflict (2023); Matthew Hughes: Britain`s Pacification of Palestine: The British Army, the Colonial State and the Arab Revolt, 1936-1939 (2019)

Mehr anzeigen
Ab 16 Jahren  |  119 Minuten
Filmplakat des Films Palästina 36

Spielzeiten & Tickets