Romería - Das Tagebuch meiner Mutter
Regie: Carla Simón | Darsteller: Llúcia Garcia, Mitch, Tristán Ulloa, Alberto Gracia, Miryam Gallego | Spanien, Deutschland 2025 | Drama | Originalsprache: Katalanisch
Marina reist nach Galizien, um die Familie ihres verstorbenen Vaters kennenzulernen und stößt dabei auf die Geschichte ihrer Eltern – voller Lücken, Schweigen und verdrängter Gefühle. Begleitet vom Tagebuch ihrer Mutter beginnt für die junge Frau eine aufwühlende Reise… Die preisgekrönte Carla Simón erzählt eine leise, autobiografisch motivierte Geschichte über Herkunft, Verlust und das fragile Geflecht von Erinnern und Gedenken.
Die 18-jährige Marina (Llúcia Garcia) ist nach dem frühen Aids-Tod ihrer Eltern bei der Familie ihrer Mutter in Katalonien aufgewachsen. Nun reist sie nach Vigo an die Atlantikküste, um zum ersten Mal die Familie ihres Vaters Fon (Mitch Martín) zu treffen und zu sehen, wo ihre Eltern die kurze, wilde Zeit ihrer Liebe in den 80ern erlebten. Eigentlicher Anlass ihrer Reise ist eine simple Formalie: Für ihr Stipendium braucht sie die Sterbeurkunde ihres Vaters. Zu ihrem Erstaunen weist das Dokument Fon als kinderlos aus – ein Fehler, der sich durch die Unterschrift der Großeltern leicht korrigieren ließe. Marina wird mit offenen Armen empfangen. Sie taucht ein in eine schwirrende Welt voller neuer Tanten, Onkels, Cousins und Cousinen – und Geschichten, die sich auf seltsame Weise widersprechen. Hinter den Erzählungen, den Lügen, der Liebe und dem Schweigen zeichnet sich ab, wie das Leben ihrer Eltern gewesen sein könnte… Carla Simón verarbeitet in ihren bisher drei Spielfilmen persönliche Erfahrungen aus Kindheit und Jugend. Schon ihr Debüt FRIDAS SOMMER greift den Tod ihrer Eltern auf, die beide an Aids starben – eine Wahrheit, die sie erst mit zwölf Jahren erfuhr. Nach ihrem Berlinale-Gewinner ALCARRÀS über das Aufwachsen in einer Bauernfamilie kehrt Simón nun erneut zu den Eltern zurück. Ihre jüngste Hauptfigur versucht, deren bruchstückhafte Geschichte zu rekonstruieren. Die Regisseurin erzählt mit großer Sensibilität für Zwischentöne. Ihr Blick bleibt ruhig und beobachtend, gepaart mit starken Bildern der galizischen Küste und einer eindringlichen Hauptdarstellerin. Marina und ihre Mutter werden von derselben Schauspielerin verkörpert, ein dramaturgischer Kni, der gut aufgeht. Zwischen halbfiktiven Tagebucheinträgen (von Simón verfasst, doch von einem Briefwechsel ihrer Mutter inspiriert) und widersprüchlichen Erinnerungen entsteht ein zartes, melancholisches Porträt einer jungen Frau auf der Suche nach ihrer Herkunft.
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