Sie glauben an Engel, Herr Drowak?
Regie: Nicolas Steiner | Darsteller: Luna Wedler, Karl Markovics, Nikolai Gemel, Saga Sarkola, Lars Eidinger | Deutschland, Schweiz 2024
Die junge Lena will den alten Stinkstiefel Drowak durch vom Amt verordnete Schreibübungen aus seinem Elend retten. Schwierig genug, da mischt sich noch der merkwürdige Amtsleiter – Eidinger in einer herrlich absurden Rolle! – ein. Doch Lena will nicht aufgeben… Kontrastreiches Schwarz-Weiß sorgt für dichte, atmosphärische Bilder, die junge, erheiternde Erzählweise mit überraschend viel Witz und Poesie fängt einen sofort ein – Venedig-Gewinnerin Luna Wedler erweist sich einmal mehr als eines der großartigsten Schauspieltalente des Landes. Innovatives, artifizielles, höchst erfrischendes deutsches Kino zum Lachen, Weinen, Freuen, Feiern
Die lebensfrohe Studentin Lena (Luna Wedler), eingeschrieben für Germanistik und Puppenspiel, übernimmt im Auftrag des "Amtes für Ruhe und Ordnung" einen Job als Schreibtherapeutin. Bei ihrem Kurs gibt es allerdings nur einen einzigen Teilnehmer: Hugo Drowak (Karl Markovics), ein einsamer, alter Menschenfeind, der sich zwischen seinen leeren Flaschen in einem irrwitzigen Hochhaus eingeigelt hat. Lena, voller Optimismus, lässt sich nicht abschrecken. Widerwillig beginnt Drowak, über die Liebe seines Lebens zu schreiben – und verzaubert Lena mit der Magie seiner Worte. Doch je tiefer Drowak in seine Erinnerungen eintaucht, umso stärker werden die Dämonen seiner Vergangenheit… Zwischen Sehnsucht, Schnaps und Surrealismus: Nicolas Steiner gibt ein außergewöhnliches, poetisches Debüt mit schillerndem Cast, eine höchst originelle Geschichte nach einem Drehbuch von Bettina Gundermann, die mitten ins Herz unserer Zeit trifft. Die Tragikomödie besitzt eine kraftvolle Bildsprache von vieldimensionaler Schönheit und feinsinniger Menschlichkeit, wenn die temperamentvolle Lena den verbitterten Drowak behutsam aus seiner selbstgewählten Isolation herausführt. Die Kamera, die zwischen düsteren Grautönen und warmen Erinnerungen oszilliert, bringt die inneren Kämpfe der Figuren zum Leuchten. Die Auftritte des Eidinger sind kurz und grandios clownesk – als Amtsleiter darf man schon mal die Ananas mit der Axt auf dem Schreibtisch spalten. Wedler und Markovics sind als Duo eine Wucht. Ein Film über Einsamkeit, Liebe, Wiederkehr des Glaubens ans Leben und die (vielleicht heilsame) Macht der Worte – mutig, zärtlich, verstörend, von superbem, erlesen schrägem Humor, höchst unterhaltsam und zutiefst bewegend.
» Insbesondere visuell absolut atemberaubend! « SPOT
"Eine tragikomische Gratwanderung - faszinierend!" SZ
