Sommer auf Asphalt
Regie: Simon Ostermann | Darsteller: Mala Emde, Christoph Maria Herbst, Aaron Hilmer | Deutschland 2026 | Drama
Als das Leben einer Fahrradkurierin plötzlich aus der Kurve fliegt, muss sie sich ihrer ungewollten Schwangerschaft stellen – und ihrem entfremdeten Vater, der ebenfalls ein Päckchen zu tragen hat… Warmherzig und berührend erzählt Simon Ostermann von Familie, Selbstbestimmung und der Suche nach dem eigenen Platz im Leben. Mala Emde und Christoph Maria Herbst spielen sich in dieser leichtfüßigen Sommerkomödie mit reichlich Witz und viel Gefühl direkt ins Herz!
Les (Mala Emde) lebt schnell, spontan und unbeschwert. Tagsüber rast sie als Fahrradkurierin durch die Stadt, nach Feierabend stürzt sie irgendwo mit ihren Freunden ab. Anhalten, innehalten oder sich Gedanken über die Zukunft machen? Nicht mit Les. Zumindest nicht, bis ihr Vater Bert (Christoph Maria Herbst) – mit dem sie eigentlich so gut wie keinen Kontakt hat – ganz unerwartet vor der Tür steht und nach einem Unfall sogar ungefragt für seine Tochter aufs Rad steigt. Als Les dann auch noch von ihrer ungeplanten Schwangerschaft erfährt, ist sie vollends in einer neuen Realität angekommen. Der werdende Vater Tyler (Aaron Hilmer) hätte zwar Lust auf ein Kind, ist aber leider selbst noch eins. Les‘ Welt steht komplett Kopf – und dabei hat Bert ihr noch nicht einmal gesagt, dass er bald sterben wird… Ein Film, der eigentlich unter der Last seiner Themen zusammenbrechen müsste: Vater-Tochter-Konflikt, ungewollte Schwangerschaft, unerfüllte lesbische Liebe, familiäre Entfremdung – und dann auch noch ein Hirntumor. Doch Regisseur Simon Ostermann und seinem starken Ensemble gelingt das Kunststück, aus dieser prächtigen Problemlage einen wunderbar warmherzigen, überraschend fluffigen Sommerfilm zu formen. Mala Emde gibt die quirlige Radlerin mit der richtigen Mischung aus frecher Energie und stiller Verlorenheit. An ihrer Seite spielt Christoph Maria Herbst groß auf. Als Vater mit chronischer Versagensangst balanciert er Tragik und trockenen Humor mit beeindruckender Leichtigkeit. Wenn der Film emotional wird, wirkt das nie kalkuliert, sondern ehrlich verdient. Besonders gelungen ist der Tonfall: SOMMER AUF ASPHALT wagt sich an Schmerz, Verlust und Lebensangst heran, ohne in Schwere zu erstarren. Stattdessen entsteht ein herrlich bittersüßer Rhythmus aus Komik, Melancholie und Wärme.
