Winter in Sokcho
Regie: Koya Kamura | Darsteller: Roschdy Zem, Bella Kim, Park Mi-hyeon | Frankreich, Südkorea 2024 | Drama | Originalsprachen: Französisch, Koreanisch
Südkorea. Normalerweise hat Soo-Ha im Winter nicht viel zu tun, da sich kaum jemand in den verschneiten Badeort Sokcho verirrt. Doch dann kehrt ein französischer Comiczeichner ins Hotel ein, in dem sie arbeitet… Überaus stimmungsvoll erzählt Koya Kamura nach dem Erfolgsroman der Franko-Schweizerin Elisa Shua Dusapin eine poetische Geschichte von Herkunft und Identität – ein leises, sehr eindringliches Drama um eine flüchtige Begegnung zweier einsamer Seelen.
Die 23-jährige Soo-Ha (Bella Kim) führt ein routiniertes Leben zwischen den Besuchen bei ihrer Mutter, einer Fischhändlerin, und der Beziehung zu ihrem Freund Jun-oh. Die Ankunft des Franzosen Yan Kerrand (Roschdy Zem) in der Pension, in der sie arbeitet, wirft Fragen zu ihrer eigenen Identität auf. Während der Winter die Stadt betäubt, beobachten sie sich gegenseitig, prüfen sich und knüpfen eine zerbrechliche Verbindung… Ein Wirbelsturm an Gefühlen in eiskalter Traumlandschaft – Koya Kamura gelingt eine so sensible wie sinnliche Verfilmung des gefeierten Romans von Elisa Shua Dusapin. Der wunderbare Roschdy Zem gibt den einsamen Comiczeichner, der in einem verschneiten südkoreanischen Badeort strandet, wo er die Neugierde und eine Flut an widersprüchlichen Gefühlen in der jungen Soo-Ha weckt. Ein ruhiger, atmosphärisch dichter Film, der vieles andeutet und wenig erklärt. Zwischen Kälte, Schweigen und stillen Blicken entfaltet sich eine melancholische Suche nach Identität und Nähe. Die Bilder sind zurückhaltend schön, das Tempo bewusst langsam – nichts für Ungeduldige, aber sehr wirkungsvoll für alle, die leise Zwischentöne mögen. Ein eindrückliches, lange nachklingendes Erstlingswerk.
„Ein selbst im Winter leuchtender Film!“ FRANCEINFO
„Ein Wunderwerk der Feinfühligkeit!“ OUEST FRANCE
„Zart wie ein Haiku!“ TÉLÉRAMA
