Teresa - Ein Leben zwischen Licht und Schatten
Regie: Teona Strugar Mitevska | Darsteller: Noomi Rapace, Sylvia Hoeks, Nikola Ristanovski | Belgien, Mazedonien 2025 | Biopic | Originalsprache:Englisch
Für die einen eine Heilige, für die anderen Sinnbild des fragwürdigen Missionierungseifers der katholischen Kirche: Mutter Teresa, die durch ihre Arbeit im indischen Kalkutta so berühmt wie umstritten wurde. Teona Strugar Mitevska beschreibt eine entscheidende Woche im Leben der Nonne – die letzte Versuchung vor ihrem großen Ruf und Ruhm… Ein schonungsloser Blick auf religiöse Berufung und Schwesternschaft und ein eindringliches Porträt kompromissloser Hingabe.
Kalkutta, Indien, August 1948. Teresa (Noomi Rapace), Oberin des Ordens der Schwestern von Loreto, wartet gespannt auf den Brief, der es ihr endlich erlaubt, ihr Kloster zu verlassen. Sie will einen neuen Orden gründen als Antwort auf den Ruf, den sie von Gott erhalten hat. Und gerade, als alles bereit zu sein scheint, steht sie vor einem Dilemma, das am wichtigsten Wendepunkt in ihrem Leben ihre Ambitionen und ihren Glauben herausfordert… Mutter Teresa wurde 2016 von der katholischen Kirche heiliggesprochen – knapp ein Jahrzehnt später versucht sich Regisseurin Teona Strugar Mitevska nun an einer filmischen Dekonstruktion. Sie zeichnet eine alles entscheidende, konfliktgeladene Woche im Leben der jungen Ordensschwester nach, die sie vor große Entscheidungen stellt. Die Erzählung ist stilistisch ambitioniert, von harten Schnitten über markante Texteinblendungen bis hin zu surreal anmutenden Szenen, in denen die Nonnen zu christlichem Hardrock tanzen. Warum genau sich Teresa letztlich zu ihrem Schritt entscheidet, wird nicht ausführlich ergründet. Vielmehr scheint es darum zu gehen, der Figur ihren Heiligenstatus mit filmischen Mitteln abzuerkennen – um sie als lebensechte Heldin zu befreien. Mutter Teresa muss nicht mehr einzig die Verkörperung von allem Guten und Noblen auf der Welt sein, sie darf menschlich erscheinen, zweifelnd, fehlerhaft, auch egoistisch. Noomi Rapace spielt diese Nonne mit eindrucksvoller Strenge und innerem Flackern. Und trotz heikler Ansätze – einer verbotenen Schwangerschaft im Kloster, Teresas Zweifel an sich selbst, politischer Umbruch – bleibt das biografische Drama ungebrochen ehrfürchtig gegenüber seiner widersprüchlichen historischen Protagonistin. Ein atmosphärisches, kraftvolles Porträt, das die weltberühmte Ikone mit Empathie und visueller Intensität ein Stück weit neu erfahrbar macht.
