Wild Horse Nine

Regie: Martin McDonagh | Darsteller: John Malkovich, Sam Rockwell, Steve Buscemi, Mariana di Girolamo | UK, USA 2026

Chile, 1973. Kurz vor dem MilitärPutsch werden die CIA-Agenten Chris und Lee auf die Osterinsel entsandt. Vor der mythenumrankten Kulisse ringen die langjährigen Partner mit ihrer dunklen Vergangenheit und aktuellen Verschwörungen. Chris' neue Freundschaft mit zwei rebellischen Studentinnen droht die Reise in das abgelegene Paradies gänzlich aus dem Ruder laufen zu lassen… Martin McDonagh inszeniert seine sensationell aufspielenden Protagonisten John Malkovich und Sam Rockwell als phänomenal boshaftes, mitunter überraschend zärtliches Gespann – eine rabenschwarze Thrillerkomödie, die einen so erstaunlichen wie hochamüsanten Rundumschlag vollführt.

Kurz vor dem Militärputsch gegen Salvador Allende schickt CIA-Chef MJ (Steve Buscemi) seine beiden langjährigen Agenten Chris (John Malkovich) und Lee (Sam Rockwell) auf die abgelegene Osterinsel Rapa Nui. Chris ist schwer krank, sein Gedächtnis schwindet, und er trägt sich mit dem Gedanken, seine brisanten Erinnerungen aufzuschreiben. Lee soll ihn im Auge behalten. Zwischen monumentalen Steinstatuen, wilden Pferden und endlosen Wortgefechten geraten die beiden zunehmend aneinander. Als Chris zwei politisch engagierte chilenische Studentinnen kennenlernt und allzu bereitwillig aus dem Nähkästchen plaudert, wird aus dem vermeintlich beschaulichen Inselaufenthalt ein gefährliches Spiel um Loyalität, Verrat und alte Rechnungen… Martin McDonagh hat ein Faible für Männer, die lieber verletzen, als über ihre Gefühle zu sprechen. Nach BRÜGGE SEHEN … UND STERBEN? und THE BANSHEES OF INISHERIN lässt er erneut zwei alte Weggefährten aufeinander los, deren Freundschaft längst von Kränkungen, Schuld und Misstrauen zerfressen ist. John Malkovich brilliert als todkranker Agent, der seine Bosheiten mit sichtlichem Vergnügen verteilt und hinter aller Überheblichkeit die Angst vor dem eigenen Verfall kaum verbergen kann. Sam Rockwell gibt den zunehmend überforderten Gegenpart, der zwischen Loyalität und Selbstschutz laviert. Ihre messerscharfen Dialogduelle sind das Herzstück dieser schwarzen Thrillerkomödie, die ihre Pointen mitunter genüsslich bis an die Schmerzgrenze treibt. Doch hinter den verbalen Gemeinheiten steckt mehr als ein glänzend gespielter Schlagabtausch. McDonagh verknüpft das persönliche Schuldkonto seiner Figuren mit den politischen Verbrechen amerikanischer Geheimdienste. Während die beiden Agenten über ihre Vergangenheit streiten, steht Chile vor einer Katastrophe, an der Männer wie sie ihren Anteil haben. Ein rabenschwarzes, vorzüglich gespieltes Vergnügen, dessen Boshaftigkeit sehr viel weiter als bis zur nächsten Pointe reicht.

» Zum Schreien komisch, brillant und rührend! « VARIETY

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Ab 12 Jahren  |  117 Minuten
Filmplakat des Films Wild Horse Nine